Reasonable FaithWilliam Lane CraigThursday, 2/7/2019
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Beschreibung

Im 1. Korintherbrief erklärt Paulus den Christen in Korinth, dass ohne die Auferstehung Jesu ihr Glaube wertlos ist. Die Auferstehung Christi ist ein Grundpfeiler des christlichen Glaubens und wird entsprechend oft von Skeptikern und anderen Gegnern des Glaubens attackiert. Dr. Craig lässt die neuere Forschung zur Historizität der Auferstehung Jesu Christi Revue passieren und kommt zu dem Ergebnis, dass die Erscheinungen des Auferstandenen, das leere Grab und die Entstehung des christlichen Glaubens nur einen Schluss zulassen: Die Auferstehung Jesu ist eine historische Realität.

“Der Mensch”, schreibt Loren Eisley, „ist das kosmische Waisenkind.“ [1] Er ist das einzige Geschöpf, das fragt: „Warum?“ Die Tiere sind von ihren Instinkten geleitet; allein der Mensch hat es gelernt, Fragen zu stellen. „Wer bin ich?“, fragt er. „Warum bin ich hier? Wohin gehe ich?“

Seit der Aufklärung, als er die Fesseln der Religion abwarf, versucht der moderne Mensch, diese Fragen zu beantworten, ohne auf Gott Bezug zu nehmen. Doch die Antworten, die er so bekommen hat, waren nicht erfreulich, sondern dunkel und schrecklich. „Du bist ein Nebenprodukt der Natur, das Ergebnis von Materie plus Zeit plus Zufall. Es gibt keinen Grund für deine Existenz. Alles, was vor dir liegt, ist der Tod. Dein Leben ist ein Fünkchen in der unendlichen Dunkelheit, ein Fünkchen, das aufflammt, ein bisschen flackert und dann für immer wieder erlöscht.“

Der moderne Mensch dachte, dass er sich durch die Abschaffung Gottes von allem befreit hatte, das ihn eingeengt und unterdrückt hatte – nur um entdecken zu müssen, dass er mit Gott auch sich selber getötet hatte.

Vor diesem Hintergrund des Elends des modernen Menschen wird die traditionelle christliche Auferstehungshoffnung noch heller und bedeutsamer. Sie versichert dem Menschen, dass er doch keine Waise ist, sondern das persönliche Ebenbild des Schöpfergottes des Universums, und dass sein Leben nicht zum Verlöschen im Tod verurteilt ist, sondern dass er durch die eschatologische Auferstehung einst für immer in der Gegenwart Gottes wird leben dürfen.

Dies ist eine wunderbare Hoffnung. Aber eine Hoffnung, die nicht in soliden Tatsachen gründet, ist natürlich keine Hoffnung, sondern eine bloße Illusion. Warum sollte die Hoffnung der Christen auf die Auferstehung am Ende der Zeiten dem modernen Menschen als mehr denn bloßes Wunschdenken erscheinen? Die Antwort liegt in der christlichen Überzeugung, dass Gott einen Menschen proleptisch (vorwegnehmend) von den Toten auferweckt hat, als Vorläufer, Bahnbrecher und Musterbild unserer eigenen eschatologischen Auferweckung. Dieser Mensch war Jesus von Nazareth, und seine historische Auferstehung von den Toten ist die konkrete, faktische Basis, auf der die christliche Auferstehungshoffnung ruht.

Die liberale Theologie des vergangenen Jahrhunderts konnte mit der historischen Auferstehung Jesu nichts anfangen. Die liberalen Theologen hatten von den Deisten das Grundaxiom übernommen, dass Wunder nicht möglich waren, und damit war eine historische Auferstehung für sie a priori keine Option. Die mythologische Erklärung von D.F. Strauss ermöglichte es ihnen, die Auferstehungsberichte des Neuen Testaments als bloße Legenden abzutun. Der Glaube an die historische Auferstehung, so hieß es, war ein Überbleibsel aus der Antike, das der moderne Mensch endlich, endlich über Bord werfen musste. In der größten Untersuchung der Historizität der Auferstehung durch die liberale Theologie, in dem Buch The Historical Evidence for the Resurrection of Jesus Christ (1907), zeichnet der Autor, Kirsopp Lake, detailliert die angebliche legendenhafte Entwicklung der Auferstehungserzählungen nach, die damit begann, dass – so das historische Urereignis – die Frauen das falsche Grab aufsuchten.

Fortsetzung hier: https://de.reasonablefaith.org/schriften/popularwissenschaftliche-schriften/die-auferstehung-jesu

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